SPD Bonndorf trauert um Herbert Betz

BONNDORF. Altstadtrat Herbert Betz ist tot. Der gebürtige Ebneter verstarb im Alter von 84 Jahren im Kreise der Familie nach kurzer Krankheit. Es gibt kaum einen Verein in der Löwenstadt, der durch Herbert Betz über Jahrzehnte des Ehrenamts nicht positiv beeinflusst worden ist. Politisch war Herbert Betz als SPD-Stadtrat in Gremien über 14 Jahre aktiv. Sozial vertrat er als Ortsvorsitzender die Fernmelde- und Postbediensteten in der Postgewerkschaft. weiterlesen...

Wohin geht Bonndorf… in der Pflege?

BONNDORF. Zum Besuch des Pflegeheims „St. Laurentius“ hatte die SPD Bonndorf geladen. Gemeinsam mit Bürgermeister Michael Scharf diskutierten die Gäste Gegenwart und Zukunft der Pflege in der Löwenstadt, darunter Fragen der Anwerbung ausländischer Pflegekräfte, Beschaffenheit des Fachkräfteschlüssels sowie Vorgaben der Landesheimbauverordnung. Ortsvereins-Vorsitzender Peter Schallmayer brachte überdies die Umstellungen in der Pflegeausbildung zur Sprache; er ist Lehrer an der Justus-von-Liebig-Schule Waldshut, die die dringend benötigten Pflegefachfrauen und -männer ausbildet. weiterlesen...

Wo das Abwasser bergauf fließt

BONNDORF. Die kleine Kläranlage in Boll ist stillgelegt – das Abwasser wird seit einiger Zeit über den Berg hinweg in die Bonndorfer Kläranlage gepumpt. Eigens dafür wurde ein neues Pumpwerk in Boll errichtet. Zu einer Besichtigung des Bauwerkes hatten die Gemeinderatskandidaten der SPD eingeladen, denn – das wurde bei dem Wahlkampftermin deutlich – nicht einmal die Boller Bürger wissen offenbar, was sich hinter der eher unscheinbaren Fassade verbirgt.

Die Ratsvertreterin der SPD aus Boll, Heidi Saddedine, freute sich über das Interesse an der Besichtigung, für detaillierte Informationen stand Werner Steiert vom Stadtbauamt zur Verfügung. Einen Abstecher nach Boll hatte auch Bürgermeister Michael Scharf gemacht, und als prominenten Gast konnten die Genossen die parlamentarische Staatssekretärin Rita Schwarzelühr-Sutter begrüßen. Diese lobte denn auch das Abwasserprojekt der Stadt, nicht zuletzt auch vor dem Hintergrund, dass die Reinigungsleistung einer großen Kläranlage eben wesentlich effektiver sei, als die kleiner Anlagen – wie jene in Boll. Werner Steiert ging anschließend auf den Anlass der Maßnahme, die insgesamt stolze 850 000 Euro verschlungen hat, ein. Der extreme Starkregen im Jahr 2015, der die 1980 erbaute Kläranlage in Boll überschwemmt und zerstört hatte, sei ein wesentlicher Punkt gewesen. Hinzu kam aber auch noch die Tatsache, dass die Betriebserlaubnis für die Anlage im Jahr 2016 ausgelaufen war. Eine Sanierung der Anlage wäre laut Steiert zwar kostengünstiger gewesen, allerdings hätte man Abstriche bei der Reinigungsleistung machen müssen und – auch die Unterhaltungskosten wären hoch geblieben. Insofern habe man sich für einen Druckleitungsbau mit Pumpwerk entschieden. Das Boller Abwasser wird 160 Meter den Berg hoch gepumpt, ein Anschluss ins Kanalnetz zur Bonndorfer Kläranlage wurde in der Bergstraße verwirklicht. Bei der Finanzierung des 850 000 Euro Projektes seien Fördermittel in Höhe von 220 000 Euro geflossen. Umgerechnet auf die Einwohnerzahl in Boll hat die Stadt 6000 bis 7000 Euro pro Kopf investiert. „Das Ergebnis ist jetzt optimal“, versicherte Werner Steiert, und wie die Sache funktioniert, davon konnten sich die Anwesenden dann selbst ein Bild machen. Befürchtungen einer Geruchsbelästigung bestätigten sich nicht. Einen Punkt sprachen die SDP-Kandidaten aber noch an: Schön wäre es, wenn im Bereich des Pumphauses auch noch eine öffentliche WC-Anlage installiert werden könnte. Die öffentliche Toilette war denn auch noch Thema in der anschließenden Gesprächsrunde im Bürgerhaus. Rege diskutiert wurde ferner über städtisches Bauen und Kindergartengebühren und sanierungsbedürftige Verbindungsstraßen nach Tiefental und Münchingen.

Quelle: Badische Zeitung vom 7. Mai 2019

Große Gelassenheit vor der Wahl

BONNDORF. In der im Mai zu Ende gehenden Legislaturperiode habe die Fraktion vieles erreicht – mit der neuen Fraktion wolle man nach der Kommunalwahl an diese Arbeit im Bonndorfer Gemeinderat anknüpfen. Peter Schallmayer, Vorsitzender des SPD-Ortsvereins Bonndorf, freute sich über Erfahrene und Neue, Jüngere und Ältere, die sich bereit erklärt hatten, sich für die Kommunalwahl nominieren zu lassen.

Die Genossen der Löwenstadt brauchen sich auf kommunaler Ebene inhaltlich nicht zu verstecken, versicherte Peter Schallmayer. Letztlich gehe es doch einzig um Bonndorf – zusammen mit den anderen Ratsfraktionen habe man durch Impulse aus der eigenen Fraktion heraus einiges erreicht. Als herausragende, in den vergangenen fünf Jahren auf SPD-Initiative umgesetzte Punkte vermerkte der Vorsitzende die Bestellung der Integrationsbeauftragten, die Schaffung eines Jugendrats, die Erfassung der von der Gemeinde zu unterhaltenden Straßen, die Schaffung eines Wohnmobilstellplatzes sowie die Neuordnung des Öffentlichen Personen-Nah-Verkehrs (Fahrpläne sowie Bushaltestellen).

Nach der Kommunalwahl am Sonntag, 26. Mai, beabsichtige die Partei, weiter an der kommunalen Entwicklung mit Entscheidungen im Gemeinderat mitzuwirken, so Peter Schallmayer. Die Versammlung beschloss hierfür ein Wahlprogramm, mit dem die Kandidaten in die heiße Phase des Wahlkampfes eintreten möchten. Kernpunkte dieses Programms sind Bildung (Realschule profilieren, Kita-Gebühren abschaffen), Städtebau (anstehende Kanalsanierung, kommunales Immobilienkonzept erstellen) und der Straßenverkehr (Konzept einer fußgänger- und radfahrerfreundlichen Stadt, Brückenverbindung über die Wutachschlucht).

Ihm liege über dieses Wahlprogramm hinausgehend eine bessere Bürgerbeteiligung an Entscheidungsprozessen am Herzen, ergänzte Bruno Kalinasch. Und Michael Kaufmann fügte an, dass er sich für mehr Öffentlichkeit der Verwaltungsarbeit ausspreche – dies werde in Bonndorf bislang stiefmütterlich behandelt. Außerdem fehle ihm ein Stadtmarketing mit definierten Zielen, in dem sich auch eine zukunftsorientierte Wirtschaftsförderung wiederfinde, so Michael Kaufmann. Heidi Saddedine bekräftigte, dass sie als Stadträtin sich auch nach dem Aus der Unechten Teilortswahl für die Gesamtstadt verpflichtet fühle. Bonndorf wählt erstmals ohne Unechte Teilortswahl.

Neben den fünf im jetzigen Gremium agierenden Stadträten Heidi Saddedine, Simon Scherble, Bruno Kalinasch, Tilman Frank und Simon Burger werden neun weitere Kandidaten zur Kommunalwahl antreten (siehe Infobox) – eine Liste mit Kandidaten unterschiedlichen Alters und Erfahrung, freute sich Peter Schallmayer. Unerwartet stattete Bürgermeister Michael Scharf (CDU) den Genossen einen Besuch im Nebenzimmer des „Kranz“ ab und gratulierte zur erfolgreichen Nominierung. Tilman Frank, derzeitiger SPD-Fraktionssprecher, erwiderte das Kompliment an die im Nachbarzimmer tagenden Christdemokraten. Zusammen mit anderen Parteien und Gruppierungen werden mehr als 50 Kandidaten in Bonndorf antreten.

Quelle: Badische Zeitung vom 25.2.2019

SPD-Kandidaten

Simon Burger (37), Elektriker
Rainer Duttlinger (47), Maschinenbautechniker
Tilman Frank (63), Konrektor Realschule im BZB
Elke Herr (51), Rechtspflegerin
Bruno Kalinasch (62), Postbeamter
Michael Kaufmann (59), IT-Fachmann
Theresa Maaß (27), Einzelhandelskauffrau
Ralf Rebmann (33), Ingenieur
Walter Reiser (66), Rentner
Franz Rogg (66), Rentner
Heidi Saddedine (62), Agraringenieurin
Simon Scherble (31), Elektroniker
Daniel Spengler (26), Straßenwärter
Michael-David Wöhr (35), Realschullehrer weiterlesen...

Finger in die Wunde

BONNDORF. Neun Kandidaten (siehe Infobox) nominierten die Sozialdemokraten für die Kreistagswahl (Wahlbezirk VI Wutöschingen) am Sonntag, 26. Mai. Peter Schallmayer, Vorsitzender des SPD-Ortsvereins Bonndorf, stimmte die Genossen auf den bevorstehenden Wahlkampf ein: Er habe das Gefühl, die Sozialdemokraten berappeln sich nicht nur auf Bundesebene, vor allem an der Basis gewinne die Partei an Profil. Die Genossen präsentieren mit ihrer Liste Kandidaten aus vier der sieben Kommunen des Wahlbezirks VI: Vier stammen aus Bonndorf, drei aus Grafenhausen und Ühlingen-Birkendorf (Oberes Schlüchttal) und zwei aus Wutöschingen (Wutachtal). In Stühlingen, Eggingen und Wutach fanden sich keine Kandidaten.

Spitzenkandidat Tilman Frank möchte den nordöstlichen Zipfel des Landkreises im Kreistag nach fünf Jahren eine weitere Wahlperiode lang vertreten. Zusammen mit Ingo Bauer (CDU) habe er doch den Kreistagsfokus auf die Region lenken können.

Als ein zentrales Thema der künftigen Jahre erkennen alle Kandidaten eine weitere Verbesserung des Öffentlichen Personen-Nah-Verkehrs (ÖPNV). Gerade beim ÖPNV werde entlang der Hochrheinschiene des Landkreises vieles als selbstverständlich angesehen, das man in den ländlichen Regionen schmerzlich vermisse, äußerte sich Kandidat Dieter Maier. Er bemängelte in diesem Zusammenhang konkret die problematische Abstimmung von Bus- und Bahnverbindungen bis/ab Seebrugg für Schüler.

In der Vorstellungsrunde kristallisierten sich die Themen Verkehrspolitik und Verkehrsinfrastruktur als zentral für sämtliche Kandidaten heraus. Viel hänge bei der Frage der Mobilität an einer gut ausgebauten Infrastruktur – von der zumutbaren Fahrt in die Schule, zum Arbeitsplatz oder nach Hause. Einig waren sich die Bewerber darin, dass die Lebensqualität im ländlichen Raum verbesserungswürdig sei. Ein erster Schritt sei durch den Internet-Backbone des Landkreises, an den sich Gemeinden durch eigene kommunale Glasfasernetze anschließen können, getan. Michael Kaufmann erinnerte an den wirtschaftlichen Umgang mit den zur Verfügung stehenden Finanzen: Die sich aus der guten Wirtschaftslage speisenden Finanzquellen sprudelten nicht ewig.

Kandidatenliste
1. Tilman Frank (63), Konrektor Realschule im BZB, Bonndorf
2. Anita Riexinger (66), Lehrerin, Ühlingen-Birkendorf
3. Gerhard Grabow (64), selbständig, Wutöschingen
4. Bruno Kalinasch (62), Postbeamter, Bonndorf
5. Michel Kaufmann (59), IT-Fachmann, Bonndorf
6. Thomas Krüger (55), Koch, Grafenhausen
7. Dieter Maier (58), Brau- und Malzmeister, Grafenhausen
8. Mirko Maier (35), Fachwirt für Versicherungen und Finanzen, Wutöschingen
9. Heidi Saddedine (63), Agraringenieurin, Bonndorf

Wohin geht Bonndorf in der Kinderbetreuung?

Zum Besuch der Kita „Wunderfitz“ hatte jetzt die SPD Bonndorf eingeladen. Gemeinsam mit Leiterin Evelin Stegerer besichtigten die Gäste zunächst die Einrichtung, um dann die Zukunft der Kinderbetreuung in der Löwenstadt zu diskutieren. Die hochinformative Veranstaltung war Teil der Reihe „Wohin geht Bonndorf in…?“, die im Juli mit einem Stadtspaziergang der Genossen begonnen hatte und weiter fortgesetzt werden soll.

„Es ist wichtig, dass die Öffentlichkeit sieht, was wir hier tun“, sagte Stegerer gleich zu Beginn. Die Besucher konnten sich überzeugen, dass das zumindest Zweierlei ist: die Arbeit in der Krippe mit Kindern von ein bis drei Jahren sowie im Kindergarten mit Kindern von drei bis sechs Jahren, ob in Ganztags- oder Regelbetreuung. Dass dabei wohl zwei Erzieherinnen auf 10 Krippenkinder kommen, wurde von Krippenleiterin Ramona Steiß zumindest als ausbaufähig angesehen.

Vom Gruppenraum mit seinen Spielutensilien ging’s in den Waschraum mit Dusche und Wickeltisch und weiter in den Essens- und den Schlafraum, allesamt entsprechend der Bedürfnisse der Kinder ausgestattet, „zweckmäßig, aber nicht überfordernd“, wie Stegerer betonte. Dabei kam die Gruppe auch am Elternsprechzimmer vorbei, denn 100 Kinder seien 100 Familien oder 100 Themen; da gelte es im Gespräch zu bleiben – was mit weniger Bürokratie in anderen Bereichen möglicherweise noch besser gelänge.

Gekocht wird im Haus, und das abwechslungsreich, wie ein Blick auf den Essensplan in der Küche verriet; gespielt werden kann auch außer Haus, genauer im Außenbereich der Kita, der hier ein wenig größer sei als andernorts. Auch bei einem anderen aktuellen Thema, der Sprachförderung, stehen die Dinge offenbar gut: Während die Musikschule Singen, Bewegen und Sprechen unterrichte, unterstützten zwei Sprachförderkräfte den Spracherwerb, wie Katrin Amann von der Stadtverwaltung erklärte.

Bis 2022 sollen über das Gute-Kita-Gesetz von Bundesfamilienministerin Franziska Giffey (SPD) 5,5 Mrd. Euro in Kinderbetreuung investiert werden, wie SPD-Vorsitzender Peter Schallmayer mitteilte. Bedarf sahen die Anwesenden Bonndorf insgesamt in einer durchgängigen Betreuung in den Ferien und im Aufbau eines Horts für Kinder über sechs Jahren. Darüber hinaus regten die Genossen eine Beteiligung der ortsansässigen Firmen an der Kinderbetreuung an.

Auch abgedruckt in: Badische Zeitung vom 1. Dezember 2018