Wie entwickelt sich das Rentenniveau?

Sicher und gut leben im Alter – wie kann man die Rente gerecht und zukunftssicher gestalten? Zu einem Infoabend hatte Rita Schwarzelühr-Sutter, SPD Bundestagsabgeordnete und Parlamentarische Staatssekretärin, in die Schule am Hochrhein eingeladen. „Eine generationengerechte Rentenvorsorge muss möglich sein“, sagte sie. „Wer sein Leben lang hart gearbeitet hat, soll im Alter auch gut versorgt sein.“ Zu Gast war der Bundestagsabgeordnete Martin Rosemann, SPD-Spezialist für Rentenfragen.

In einem ausführlichen Referat erläuterte er die Grundzüge des deutschen Rentensystems. Dabei schenkte Rosemann klaren Wein ein: „Unser Rentensystem hat eine in Jahrzehnten gewachsene Struktur, die sich nicht mit einem Schlag verändern lässt.“ Er stellte aber auch fest: „Mit einem Niveau von 48 Prozent steht unsere Gesetzliche Rentenversicherung gut da, auch aufgrund der guten Beschäftigungsentwicklung“. Trotzdem werde man nicht verhindern können, dass das Niveau bis 2030 unter 45 Prozent und bis 2045 unter 42 Prozent sinken wird, und das bei steigendem Eintrittsalter.

Als Grund nannte er den demografischen Wandel, der einhergeht mit stagnierenden Geburtenraten und einer steigenden Lebenserwartung. Während vor 30 Jahren die durchschnittliche Rentenbezugsdauer bei zehn Jahren lag, sind es inzwischen 20 Jahre, bei steigender Tendenz. Dann zeigte der Referent die verschiedenen Szenarien auf, die das Rentenniveau stabilisieren könnten, wobei die Politik gefordert sei, diesen Prozess zu begleiten. Statt aber ständig über eine Erhöhung der Regelarbeitszeit zu diskutieren, sei es aus seiner Sicht sinnvoller, flexiblere und individuell passende Übergänge ins Rentenalter anzubieten. Als weitere Schritte nannte er den Ausbau von Teilrente, Übergangshilfen und betrieblichen Renten.

Angesprochen wurde seitens der Zuhörer das deutlich höhere Rentenniveau in den Nachbarländern. Im Fall der Schweiz erklärte Rosemann das so: Hier finde eine starke Umverteilung der Einkommen bei der Rente statt, „in Deutschland verteilen wir dafür sehr viel mehr über die Steuern“. Angesprochen wurden auch die Sonderregelungen für Beamte und für Selbstständige und der staatliche Rentenzuschuss, der prozentual erfolgt und damit die höheren Renten begünstigt.

Hier geht’s zum Artikel im Südkurier.

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