Klappt die Energiewende?

BONNDORF. Brisante Themen wurden in der Diskussionsrunde im Rahmen der Hauptversammlung des SPD-Ortsvereins Bonndorf angesprochen (wir berichteten bereits). Eine Zuhörerin brachte das Thema Kinderbetreuung in Bonndorf aufs Tablett. Hervorragend sei die Betreuung der Kindergartenkinder, für die Schulkinder vermisse sie aber eine verlässliche Betreuung während der Sommerferien. In anderen Kommunen, beispielsweise in Lenzkirch, gebe es entsprechende Angebote. Der stellvertretende SPD-Vorsitzende und Stadtrat Tilman Frank verwies diesbezüglich auf das Ferienprogramm in Bonndorf und darauf, dass man möglicherweise die Bonndorfer Betriebe mit in die Pflicht nehmen könnte, die schließlich Interesse an der Arbeit der Eltern haben. Die SPD wolle das Thema auf jeden Fall neu aufrollen, versicherte Frank.

Dass die geplanten neuen Windräder in Bonndorf am Vorkommen des Roten Milans scheitern, wurde von Rolf Gantert kritisiert. „Die Vögel sind nicht so blöd, dass sie in die Windmühlen fliegen“, sagte Gantert und verwies darauf, dass sich die Population der Milane in Bonndorf trotz bestehender Windkraftanlagen vergrößert hat. Auch Siggi Duffner konnte nicht nachvollziehen, dass alle alternativen Energien aus Natur- und Artenschutzgründen ausgebremst werden, und stellte die Frage, wie die Energiewende überhaupt geschafft werden soll. Genau dieses Thema bereitet auch der Bundestagsabgeordneten Rita Schwarzelühr-Sutter Sorgen, die deutlich machte: „Wir dürfen nicht den Naturschutz gegen den Umweltschutz ausspielen.“ Sicherlich gebe es auch bei den erneuerbaren Energien Zielkonflikte. Was den Roten Milan betreffe, sehe sie aber keine Probleme mit den Windrädern.

Insgesamt ging sie auf das Thema Umweltgerechtigkeit und Klimapolitik ein. Jeder habe ein Recht auf saubere Luft, sauberes Wasser und gesunde Böden. Gehe die Klimaerwärmung so rasant weiter, gebe es am Ende einen erbitterten Kampf um die letzten Ressourcen. Zudem werden sich Klima-Flüchtlingsströme in Bewegung setzen. „Insofern ist Klimapolitik auch Friedenspolitik“, sagte die Staatssekretärin und fügte an: „Es ist fünf vor zwölf und, soziale Gerechtigkeit funktioniert nur in einer intakten Umwelt.“

Das könnte Sie ebenfalls interessieren...